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Gartengestaltung

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Das kommt in die Tüte

Im Spätsommer Samen sammeln lohnt sich

Der Vielfaltsgarten gibt im September noch einmal alles. Die Spätsommerblüher zünden Farbfeuerwerke, wer in den Gemüsegarten investiert hat, bekommt nochmal eine ordentliche Ausschüttung und Wildsträucher und Bäume hängen voller Früchte. Das Vielfaltsherz freut sich, und mit ihm die Tierwelt, die den Garten mit uns teilt. Jetzt ist Zeit, an das kommende Jahr zu denken.

Vielfalt zahlt sich immer aus

Genießen Sie nicht auch die besonderen Farb- und Lichtstimmungen des Spätsommers? Sträucher zeigen sich noch einmal in ganz neuen Kleidern, wenn sie Früchte tragen, und bei den Stauden und Sommerblumen dominieren warme Farbstimmungen. Die lösen sich dann so langsam auf, wenn aus den Blüten Fruchtstände werden. Doch es wäre schade, sie einfach abzuschneiden. Zum einen zaubern sie neue Strukturen in die Beete. Strukturen, die bis in den Winter hinein bestehen bleiben. Sie geben dem Garten auch dann noch eine stimmungsvolle Tiefe, wenn der Blütenzauber vorüber ist. Zum anderen sind die Fruchtstände und Samen der Stauden, der Sommerblumen und sogar der Gemüsepflanzen ganz besonders wertvoll für Vögel, Insekten und Kleintiere. Für sie bedeuten sie nämlich Futter und Unterschlupf. Noch dazu kommt: Wenn Sie Ihre Lieblingssorten von Gemüse oder Sommerblumen für das nächste Jahr weitervermehren möchten, können Sie Saatgut davon sammeln. Deshalb unser Tipp: Schneiden Sie nicht alles Verblühte ab, sondern lassen Sie die Samen ausreifen.

Blumensamen machen Vögel glücklich

Ringelblumen, einjähriger Rittersporn, Sonnenblumen, Kornblumen, Nachtkerzen, Disteln – sie alle und viele mehr samen sich ja gerne selbst im Garten aus. Vögel lieben das, denn sie holen sich die Samen als wichtige Nahrungs- und Energiequelle. Vielleicht haben Sie schon einmal Stieglitze dabei beobachtet, wie sie Kornblumen oder Nachtkerzen plündern? Oder sich auf die Wilde Karde stürzen und jeden einzelnen Samen herauspicken? (Abb xxx) Ein Schauspiel ist das. Fördern Sie es – wer Vielfalt im Garten zulässt, bekommt viel tierischen Besuch. Nun ist es ja im Garten nicht immer so, dass alle selbst aufsamenden Pflanzen überall willkommen sind. Ringelblumen sind ja ganz hübsch und auch vielseitig verwendbar, aber vielleicht möchten Sie ihnen lieber einen eigenen Platz reservieren? Oder im nächsten Jahr noch mehr davon im Garten haben? Dann sammeln Sie die Samen einfach ab, um sie dann wieder gezielt auszusäen.

Samenfeste Sorten

Das macht aber nur bei samenfesten Blumen- und Gemüsesorten Sinn. Denn diese sind durch Auslese und durch Kreuzung miteinander entstanden und nur sie geben die gleichen Eigenschaften an die nächste Generation weiter. Bei sogenannten F1-Hybrid-Sorten funktioniert das leider nicht, hier werden die Elterneigenschaften nicht 1:1 an die Nachkommen weitergegeben, die Pflanzen würden im Folgejahr eher minderwertige Pflanzen und Früchte produzieren. Aber Sie haben eine Lieblings-Gemüsesorte? Sie bauen lokale oder alte Sorten von Bohnen, Kohl, Salat und vielen anderen an, die sich an ihrem Standort besonders bewähren? Wenn diese samenfest sind, lohnt es sich ganz besonders, nicht alle aufzuessen, sondern einzelne Pflanzen zur Blüte und zur Samenreife kommen zu lassen. Denn diese Gemüsesorten, die bestens an regionale Bedingungen angepasst sind, sind gärtnerische Schätze. Sie haben sich über Generationen hinweg entwickelt, wurden weitergegeben und bergen genetische Vielfalt. Kenner rühmen außerdem, dass die verschiedenen Sorten geschmackliche Offenbarungen bergen.

Der richtige Erntezeitpunkt

Suchen Sie sich die kräftigsten und gesündesten Pflanzen aus und ernten Sie die Samen erst dann, wenn sie reif sind. Lassen Sie sie deshalb so lange wie möglich an der Pflanze. Dann haben sie alle Reservestoffe eingelagert, die sie brauchen, um im nächsten Jahr wieder zu neuen, kräftigen Pflanzen zu werden. Meistens sind die Samen in Kapseln, Schoten oder Hülsen verpackt. Kurz bevor die aufplatzen, ist der beste Zeitpunkt zur Ernte. Das erkennen Sie auch daran, dass sie bräunlich verfärbt sind und sich leicht von der Pflanze lösen lassen. Nutzen Sie am besten sonnige Tage zum Sammeln, denn die Samen sollen möglichst trocken sein. Wenn die Witterung anhaltend feucht ist, können Sie die Fruchtstände auch abschneiden und kopfüber zum Trocknen aufhängen.

Trocken ins Winterlager

Achten Sie darauf, dass Sie die Samen getrennt voneinander sammeln und aufbewahren. Entfernen Sie alle Hülsen, Schoten, Stängelreste und Blätter, damit keine Krankheiten mit ins Winterlager wandern und verpacken Sie die Samen erst dann, wenn sie trocken sind, in kleine Papiertütchen oder in Gläser. Lagern Sie das Saatgut vor Feuchtigkeit geschützt, kühl und dunkel und vergessen Sie nicht, zu beschriften, was Sie wo hineingepackt haben. Hier gibt es eine Anleitung zum einfachen Basteln von Samentütchen.

Vogel- und insektenfreundliche Gestaltungsideen

Wie wäre es außerdem, Nützliches mit Gestaltungsideen zu verbinden? Fuchsschwanz (Amaranthus), eine klassische Bauerngartenpflanze mit den charakteristischen langen, brokatartigen Blütenständen, wirft im September/Oktober gerne seine reifen Samen ins Beet. Lassen Sie ihn entweder als Strukturbildner stehen und freuen sich im nächsten Jahr über neue Fuchsschwanzpflanzen. Oder Sie schneiden die Blütenstände ab und hängen sie kopfüber in die Bäume im Garten. Das sieht hübsch aus und ist gleichzeitig eine gern angeflogene Vogelfutterstelle. Auch mit Disteln ist das ja immer so eine Sache. Einerseits sind die verschiedenen Distelarten, wie Kugel-, Kratz,- Gänsedistel und Wilde Karde (Abb. xx) für viele Vögel und Schmetterlinge enorm wertvoll. Andererseits sind nicht alle kratzigen Majestäten unbedingt in jeder Gartenecke willkommen. Schneiden Sie deshalb die ganzen Stängel mit ihren reifen Samenständen ab, und machen Sie die Distelbündel zu einem lässigen Gartenhingucker, an dem Mensch und Tier ihre Freude haben. (Abb.xx im Naturgarten Himmelstadt)

Lieber stehen lassen

Wenn Sie schon dabei sind, Ihren Garten für das nächste Jahr vorzubereiten, seien Sie ruhig erst einmal zurückhaltend damit, alle verblühten Pflanzen abzuschneiden. Brandkraut (Phlomis), Schafgarbe (Achillea), Königskerzen (Verbascum), Purpursonnenhut (Echinacea), Sonnenhut (Rudbeckia), Duftnesseln (Agastache), überhaupt alle Stauden und auch Gräser, die bei herbstlicher Feuchtigkeit standfest sind, bleiben am besten stehen. Besonders hohle Pflanzenstängel sind beliebte Hotels, in denen Spinnen, Schwebfliegenlarven, Raupen von Schmetterlingen und viele andere Insekten gerne den Winter über einchecken. Und Vögel stöbern zwischen den Samenständen und Blättern immer wieder nach Essbarem. Schauen Sie also entspannt dem letzten Blütenfest zu und lassen Sie so viel wie möglich an Stauden- und Sommerblumenresten stehen. Viele davon sind nach ihrem Blühauftritt sowieso noch viel zu schön, um sie auf den Kompost zu verbannen.

 

Distelsamenstände einfach abschneiden und in eine Gartenecke stellen. So werden sie nicht lästig, sondern wertvoll