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Gartengestaltung

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Rosen für den Vielfaltsgarten

Ein Garten voller Vielfalt, da dürfen Rosen nicht fehlen

Denn auch Rosen sind Pollenlieferanten, die sogar noch lange Blütezeiten mitbringen. Hagebutten im Herbst sind dann noch das Extra-Bonbon für Vögel, das den Garten leuchten lässt. Es gibt also viele gute Gründe, Rosen in die Gartenszenerie einzuplanen. Dabei kommt es auf die richtige Sortenwahl und die Vielfalt der passenden Begleiter an.

Es geht aus unkapriziös

Rosen gelten bei manchen Gartenbegeisterten als Diven. Anspruchsvoll und kompromisslos seien sie. Viel Aufmerksamkeit würden sie fordern, sonst begännen sie zu kränkeln. Also nicht ideal für einen vielfältigen Garten? Oh doch, denn wie immer steht und fällt das Gartenglück mit der sorgfältigen Auswahl der richtigen Pflanze. Das Sortiment an insektenfreundlichen, robusten Rosen mit ausgedehnten Blütezeiten ist groß. Mit der passenden Rosenart und -sorte am richtigen Platz können Sie sich unkapriziöse Schönheiten in den Garten holen, die großen Nutzen für die Insekten- und Tierwelt mitbringen.

Wildrosen, die Widerstandsfähigen

Sie gelten als die Anspruchslosen und Robusten. Wildrosen, wie Essigrose (Rosa gallica), Weinrose (Rosa rubiginosa), Bibernellrose (Rosa pimpinellifolia) und viele andere gehören zu den heimischen Rosensorten. Einfache Blüten mit viel Pollen, viele Hagebutten im Herbst und ein dichtes, stacheliges Astwerk, in dem Vögel ungestört Nester bauen können und Kleintiere Unterschlupf finden, das macht sie wertvoll. Wildrosen sind nicht nur anspruchslos in der Pflege, sondern widerstehen auch Krankheiten ziemlich unbeeindruckt. Allerdings blühen sie nur einmal im Jahr und das auch nicht besonders lange. Und: so manche Wildrose neigt zur Zügellosigkeit und fordert ordentlich Platz. Wer ganz auf heimische Pflanzen setzt, den wilden Schönen aber nicht allzu viel Raum geben kann, findet dennoch im Wildrosensortiment eine gute Auswahl. Durch Kreuzungen sind viele Wildrosen-Sorten für den naturnahen Garten entstanden, wie Rosa alba ‘Suavolens’, Rosa gallica ‘Splendens’, oder ‘Versicolor’ und viele mehr. Sie passen sich gut in die Gartenszenerien ein und bringen alle guten Wildroseneigenschaften mit. Klaus Körber, der Vizepräsident der Deutschen Rosengesellschaft empfiehlt besonders einmal- oder öfterblühende Rosen der Moschata-Gruppe, denn „die bieten eine enorme Blüten- und Hagebuttenfülle.“ Dazu gehören unter anderem die Strauchrosen ‘Mozart’, ‘Bukavu’, ‘Ballerina’, oder auch die etwas kleinere Rambler-Rose ‘Guirlande d’Amour’.

Bienenfreundliche Gartenrosen

Der Ruf nach insektenfreundlichen Pflanzen ist auch bei den Rosenzüchtern auf offene Ohren gestoßen. Deshalb sind viele Rosensorten auf dem Markt, die all das mitbringen, was der Vielfaltsgarten möchte: Robustheit, Frosthärte, Pollenreichtum, eine lange Blütezeit und sogar noch Hagebutten. Abstriche bei der Attraktivität und der Formenvielfalt der Blüten müssen Sie nicht machen. Denn für jeden kleinen und großen Vielfaltsgarten ist das Passende im Angebot, ob Strauch-, Beet-, Bodendecker- oder Kletterrose. Und auch den Duft, der Rosen so unwiderstehlich macht, bringen einige Sorten mit. Alle großen Rosenzüchter haben sogar insektenfreundliche Linien im Programm. Entscheidend ist aber, dass die Rose widerstandsfähig ist und ohne Pflanzenschutzmaßnahmen zu voller Blütenpracht und damit zu einem guten Pollenangebot gelangt. Deshalb ist das ADR-Siegel, das besonders bewährte Rosen auszeichnet, eine gute Orientierung bei der Sortenwahl.

Der Vorteil öfterblühender Rosen

Klaus Körber sieht die öfterblühenden Rosen im klaren Vorteil für die Insekten: „Diese Sorten blühen mit ihrem zweiten und manchmal auch dritten Blütenflor zu einer Zeit, in der das Nahrungsangebot für Insekten deutlich weniger wird. Ihre Blütezeit dauert bis August/September, manchmal sogar bis in den Oktober hinein.“ Er empfiehlt, dabei die „alten robusten Rosenklassiker“ nicht aus dem Blick zu verlieren: Strauchrosen-Sorten, wie ‘Westerland’, ‘Roter Korsar’ und viele andere würden sehr gut von Insekten beflogen. Und was für viele überraschend ist: Sogar halbgefüllte Rosensorten würden von Bienen besucht, wenn sie beim Abblühen ihre Staubgefäße zeigen.

 Die Lage muss passen

Rose ist aber nicht gleich Rose. Naturnahe Rosensorten kommen sogar mit heißen, trockenen Bedingungen und kargen Böden gut zurecht. Im Gegensatz dazu stellen Gartenrosen-Sorten etwas höhere Ansprüche an den Standort. Auch sie kommen zwar gut mit Hitze und Trockenheit klar. Doch nährstoffreiche, durchlässige Böden, regelmäßiges Düngen und das passende Schnittmuster sind bei Beet-, Strauch- oder Kletterrosen für eine reiche Blüte unbedingt notwendig, sagt Andreas Adelsberger vom Fachbereich Urbanes Grün an der LWG Veitshöchheim. Er empfiehlt außerdem, es möglichst luftig zu halten: „Rosen haben gerne Luftbewegung um sich. Dann können die Blätter besser abtrocknen, das verringert die Gefahr von Pilzbefall. Und auch Wildrosen kommen nicht ganz ohne Schnitt aus. Doch bei ihnen beschränkt es sich darauf, überalterte Zweige herauszunehmen und wenn nötig, zu groß gewordene Rosensträucher in ihrem Standraum zu reduzieren.

Vielfalt muss sein

„Eine Rose ist zwar pollenreich, aber nicht unbedingt ein Insektenmagnet,“ gibt Klaus Körber zu bedenken, „deshalb ist es wichtig, ihnen passende Pflanzpartner zur Seite zu stellen.“ Für den größtmöglichen ökologischen Nutzen ist also Vielfalt angesagt. Wie gut, dass die große Welt der Stauden den Rosen ideale Begleitung bietet. Denn sie sind die Pollen- und Nektartankstellen, die Insekten anziehen. Geschickt kombiniert überbrücken sie außerdem die Blühpausen der Rosen und sorgen für ein durchgehendes Blütenangebot im Garten. Nicht zuletzt sind Stauden großartig darin, Rosen perfekt in Farbe und Struktur zu begleiten und ihre Wirkung oft erst richtig zu betonen. Was dafür aber unbedingte Voraussetzung ist: die Begleitstauden müssen die gleichen Standortansprüche haben, wie die Rosen. Denn nur dann entwickeln sich gesunde und robuste Partnerschaften, die sich lange treu bleiben.

Stauden für verschiedene Ansprüche

Naturnahe Wildrosen-Sorten fordern andere Partner als die etwas anspruchsvolleren Gartenrosen. Andreas Adelsberger empfiehlt als Begleiter naturnaher Rosen Stauden wie Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum), die Malvenart Thüringer Strauchpappel (Lavatera thuringiata) oder verschiedene Schafgarben (Achillea) mit ähnlichen Ansprüchen. Auch Lavendel (Lavandula), Steppensalbei (Salvia nemorosa), Katzenminze (Nepeta), Bergminze (Calamintha), Duftnessel (Agastache) oder Prachtkerze (Gaura) würde gut zu den anspruchslosen Rosensorten passen, die mit kargen, trockenen Standorten klarkommen. Bei den Gartenrosen gelten dagegen etwas andere Bedingungen bei der Partnerwahl. Für Beet- und Strauchrosen, die ja nährstoffreiche Böden bevorzugen, haben die Experten Stauden wie Patagonisches Eisenkraut (Verbena bonariensis), Astern in verschiedenen Arten und Sorten, Purpursonnenhut (Echinacea), Sonnenhut (Rudbeckia) oder verschiedene Storchschnabel-Arten auf die Liste gesetzt.

Eine kleine Auswahl öfterblühender Bienen-Rosen von den Rosenexperten:

Strauchrosen:

‘Ballerina’, rosa-weiß
‘Herzogin Frederike’, orange-lachs-gelb
‘Pretty Kiss’, rot-weiß
‘Summer of Love’, gelb-rot
‘Sweet Pretty’, zartrosa

Öfterblühende Kletterrosen u. Rambler:

‘Bajazzo’, orangerosa
‘Ghislaine de Feligonde’, lachsrosa bis zartgelb
‘Guirlande d’Amour’, weiß
‘Jasmina’, rosa
‘Uetersener Klosterrose’, cremefarben

Bodendecker, Beet- und Kleinstrauchrosen:

‘Apfelblüte’, weiß
‘Bienenweide Rot’, rot
‘Gebrüder Grimm’, lachsrosa
‘Heidetraum’, pink
‘Topolina’, rosa-gelb

 

Gebrüder Grimm Foto: Klaus Körber
Herzogin Christiana Foto: Klaus Körber
Augusta Luise Foto: Klaus Körber
Jasmina Foto: Klaus Körber
Stauden und Rosen Foto: Andreas Adelsberger