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Gartengestaltung

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Christrosen

Blühendes Wintergeschenk

Christrosen sind ein ganz besonders zauberhaftes Symbol in der Weihnachtszeit und auch als Schneerose oder Schwarze Nieswurz bekannt. Helleborus niger heißt diese zierliche Staude botanisch, und sie ist die einzige, die zu dieser Jahreszeit blüht. Das ganze Jahr über hält sie sich ja dezent zurück und bleibt unauffällig im Schatten all der anderen Sommer- und Herbstblüher. Aber wenn sich die anderen Stauden schon lange erschöpft in die Winterpause verabschiedet haben, dann leuchten plötzlich die weiß-grünen Blütenschalen aus den winterlichen Beeten heraus. Jetzt im Dezember gibt es die blühenden Christrosen überall als Topfpflanze zu kaufen. Deshalb kann man sie sich dann ruhig auch für den Garten holen. Selbst bei Schnee blühen sie unverdrossen, nur bei starkem Frost neigen sie ihre Blüten zu Boden, richten sich dann aber wieder auf.

Weihnachtsgeschenk im Garten

Sie sollte dann aber schon einen Platz im Garten bekommen. Einen möglichst ungestörten. Denn Christrosen gehören zu den Pflanzen, die das direkte Licht der Sonne meiden. „Kind des Mondes, nicht der Sonne“ nannte sie Eduard Mörike deshalb. Ein wenig ungehalten reagieren sie auch, wenn um sie herum zuviel gegraben und gehackt wird. Am liebsten mögen sie es im Schutz von Sträuchern, auf humus-, lehm- und kalkhaltigem Boden.

Übrigens sind alle Teile der Christrosen stark giftig. Deshalb galt sie schon im Altertum als Heil- und Giftpflanze. Wohl auch deshalb, weil man in der Antike kräftiges Niesen zur Abhilfe gegen Wahnsinn und psychische Erkrankungen  empfahl. Denn ihre schwarzen Rhizome, also die unterirdischen Teile, enthalten Stoffe, die einen Niesreiz auslösen. Daher hat sich auch ihren weiteren Namen „Schwarze Nieswurz“. Angeblich war die Pflanze darum lange Bestandteil von Niespulver.

Doch zurück zur Vorweihnachtszeit:

In der Mythologie gibt es eine schöne Geschichte darüber, wie die Christrose zu ihrem Namen kam: Einer der Hirten, die auf dem Weg nach Bethlehem waren, war untröstlich darüber, dass er kein Geschenk für das Jesukind hatte, und weinte bittere Tränen. Diese fielen zu Boden und daraus erwuchsen Blumen, schön wie Rosen. Der Hirte war glücklich und überbrachte seine Blumen – die „Christrosen“.

Diese hübschen, robusten, frostunbeeindruckten Blumen sind also in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderes Wintergeschenk.