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Gartengestaltung

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Mit Kletterpflanzen lebt die Wand

Kahle Wände sind – nun ja – wenig aufregend. Mit Kletterpflanzen ändert sich das ganz schnell, denn dann kommt Leben an die Fassade. Kletterpflanzen sind fast wie bunte Girlanden an der Wand, sie können die Besonderheiten einer Fassade unterstreichen, sie können wildromantische Akzente setzen oder sie verdecken auch mal gnädig solche Wände, die nicht gerade zu den ästhetischen Sternstunden zählen. Viele Kletterpflanzen duften gut und blühen toll und die meisten sind robust und brauchen wenig Pflege. Für den Vielfaltsgarten ganz besonders wichtig: In den begrünten Fassaden steckt ein echter Mehrwert für die fliegende Tierwelt. Die Kletterpflanzen bieten Pollen, Nektar und zwischen den Zweigen lassen sich prima Vogelnester bauen. Die vielen Insekten, die dort ein- und ausfliegen, sind gleich eine willkommene Nahrungsquelle für den Vogelnachwuchs.

Kletterpflanze ist nicht gleich Kletterpflanze

Ein grünes Kleid am Haus hat zudem noch andere Vorteile: Kletterpflanzen wirken temperaturausgleichend an der Fassade, was das Klima in einer dicht bebauten Umgebung deutlich verbessern kann. Kletterpflanzen haben verschiedene Strategien, um ganz nach oben zu kommen. Das ist wichtig zu wissen, denn danach richtet sich auch die Kletterhilfe, die die Pflanze auf ihrem Weg nach oben braucht.

Efeu oder Wilder Wein überziehen mühelos große Wände und Mauern. Und zwar von unten nach oben oder auch von oben nach unten, wenn sie zum Beispiel über Mauern hängen. Dafür haben sie eigene Haftorgane, mit denen sie sich direkt an der Wand festhalten und sind „Selbstklimmer“. Sie brauchen zwar keine Aufstiegshilfe, dafür aber ein völlig intaktes Mauerwerk, an dem sie sich festhalten können. Beschädigen tun sie die Mauern und Wände damit nicht. Aber die Triebe dürfen nicht in offene Fugen, unter Ziegel, hinter Fensterläden oder rund um die Dachrinne geraten, sie erobern alles mit erstaunlicher Kraft. Efeu steht gerade bei Bienen, Wespen, Fliegen und Marienkäfern wegen seiner späten Blüte im August hoch im Kurs. Im Anschluss daran bedienen sich Amseln, Drosseln, Rotkehlchen und Gartengrasmücken sehr gerne bis lange in den Winter hinein an den schwarzen, kugeligen Früchten.

Der Star unter den Kletterpflanzen ist die Rose. Es gibt aber auch zu romantische Gartenbilder, wenn Kletterrosen Tore und Eingänge umspielen oder an Säulen, Pergolen oder Pavillons hinaufklettern. Kletterrosen gehören zu den „Spreizklimmern“ und brauchen ein richtig stabiles Klettergerüst, das aus Längs- und Querstreben besteht. Rosensorten mit offenen, ungefüllten Blüten, die am besten noch Hagebutten bilden, sind auch bei Vögeln und Insekten beliebt. Die bedienen sich an Pollen, Nektar und Früchten. Im Winter wird auch das ein oder andere Vogelnest sichtbar, in dem die Brut zwischen den stacheligen Zweigen gut geschützt war.

Viele Clematisarten (Waldreben) oder Echter Wein sind „Ranker“. Sie lassen sich eigene Haltegriffe wachsen, mit denen sie sich am Klettergerüst festhalten. Auch das sollte am besten Längs- und Querstreben haben. Clematis gibt es in vielen Farben und verschiedenen Blütenformen und wirken, es gibt auch welche, die mit halbschattigen bis schattigen Plätzen klarkommen. Echter Wein braucht dagegen volle Sonne und ein möglichst mildes Klima. Zum Einstieg können Sie auch erst einmal mit einjährigen Kletterern, wie die Glockenrebe oder die Duftwicke beginnen. Die blühen toll und machen sich übrigens auch gut an Zäunen.

Das Geißblatt (das betörend duften kann, und das es in vielen Sorten gibt) ist ein „Schlinger“ und wickelt sich gleich mit seinen ganzen Trieben um das Klettergerüst herum. Ideal sind deshalb Kletterhilfen, die senkrecht an der Wand verlaufen. Pflanzen Sie sich ein Geißblatt zu einem Sitzplatz, wo Sie den Duft genießen können.

Ein beliebter Schlinger ist auch der Blauregen. Der macht seinem Namen alle Ehre und schüttet blau-violette Blütentrauben über Pergolen oder an Hauswänden verschwenderisch aus. Dafür braucht allerdings ein richtig stabiles Gerüst, denn er wächst nicht nur flott in die Höhe, seine Triebe, die er um das Gerüst schlingt, werden schnell dicker und dicker. Also bloß nicht um die Regenrinne wachsen lassen, die erwürgt er mühelos.

Wer es lieber langsam angehen lassen will, beginnt mit einjährigen Schlingern, wie Feuerbohnen, Prunkwinde oder Hopfen. Sie werden ab Mitte Mai gesät oder gepflanzt und sind in kürzester Zeit auch ganz oben. Auch eignen sie sich gut für Balkons. In Töpfen und Kästen sorgen sie für ein paar vertikale Strukturen oder schaffen gleich noch einen Sichtschutz zum Nachbarn.

Unser Vielfaltsmachertipp:

Mit Kletterpflanzen können Sie auch dort Blüten anbieten, wo nur wenig Platz für Beete ist. Denn die Pflanzen selbst brauchen nur wenig Raum, ein 30 bis 40 cm breites Pflanzloch reicht aus – solange sie ihre Wurzeln in die Tiefe strecken und sich dort in der Erde mit Wasser und Nährstoffen versorgen können.

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