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Gartengestaltung

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Lebensbereiche der Stauden – für jede den richtigen Platz

Wieso kümmert diese wunderhübsche Pfingstrose unter dem Baum nur vor sich hin? Warum wird der Farn im sonnigen Beet eher kleiner statt größer? Und warum wird es mit den Kräutern nichts an dieser schattigen Ecke gleich am Ausgang der Küche? Das Geheimnis liegt am Standort. Auch wenn wir es noch so gut meinen mit unseren Pflanzen, sie haben nun mal eigene Ansprüche, damit sie sich gesund entwickeln können.

Zuordnung in Lebensbereiche

Die meisten Gärten haben ganz unterschiedliche Bereiche. Sonnige vor dem Haus, schattige dahinter, manchmal grenzt eine Hecke oder ein Baum an und der Schatten wandert. Dann ist ja auch noch der Boden, der innerhalb des Gartens ganz unterschiedliche Eigenschaften haben kann. Schwierig? Nein. Denn in der großen Welt der Stauden, also der mehrjährigen, krautigen Pflanzen, gibt es für jeden Standort die passenden Pflanzen. Für deren Zuordnung gibt es ein bewährtes System. Denn alle Stauden sind in „Lebensbereiche“ eingeteilt. Sie entsprechen den natürlichen Bedingungen, denen die Pflanzen entstammen. Also ob ihr natürlicher Standort in einer waldartigen Umgebung oder in der trockenen Steppe liegt. Diese Lebensbereiche lassen sich auf den Garten übertragen: Das sonnige Beet vor der Terrasse, der Gartenteich, die Fläche zwischen Hecke und Rasen oder der Platz unter den Bäumen. Die passende Pflanze aus dem entsprechenden Lebensbereich wird sich dort also gesund und kräftig entwickeln. Und wiederum Lebensraum für tierische Gartenmitbewohner anbieten. Der Vielfaltsgarten ist also im Gleichgewicht.
Hier eine grobe Einteilung der Stauden:

Lebensbereich Gehölz

Dazu gehören Waldstauden, die sich im Schatten von Bäumen wohlfühlen, wo die Luft eher kühl und feucht ist. Das Laub der Gehölze ist ihnen ein wichtiger Nährstofflieferant. Statt mit einer farbenfrohen Blütenfülle warten die Stauden aus diesem Lebensbereich eher mit ihrem Blattschmuck auf: Mit den Blattfarben, -strukturen und –größen lässt es sich wunderbar gestalten, zum Beispiel mit: Silberkerzen, Elfenblumen, Lenzrosen, Funkien oder vielen Farnen.

Lebensbereich Gehölzrand

Hier im Halbschatten ist der Übergangsbereich zwischen kühlen, schattigen und warmen, sonnigen Flächen. Also zwischen der Hecke oder der Hauswand und dem freien, offenen Gartenbereich. Mit diesen wechselnden Licht- und Wärmeverhältnissen kommen zum Beispiel Frauenmantel, Storchschnabel, Herbstanemonen, Beinwell und viele Zwiebelblumen klar.

Lebensbereich Freifläche

Freie Fläche, also keine Bäume oder Sträucher, volle Sonne, der Boden flachgründig mit wenig Nährstoffen – hier fühlen sich Prärie- und Steppenstauden und viele Gräser wohl, so zum Beispiel Brandkraut, Rudbeckien, Purpur-Sonnenhut, Indianernessel, Schafgarbe, Duftnesseln, Rutenhirse und eine Fülle anderer attraktiver Stauden, die rauschende Blütenwogen in den Garten zaubern. Sehr beliebt übrigens bei Insekten.

Lebensbereich Beet

Das Beet hat kein Vorbild in der Natur, die Stauden aus diesem Lebensbereich kommen aus der gärtnerischen Kultur und möchten auch so behandelt werden. „Prachtstauden“, wie sie auch genannt werden, brauchen einen sonnigen Platz mit guter Erde, und immer genügend Nährstoffe und Wasser. Dann belohnen zum Beispiel Rittersporn, Phlox, Pfingstrosen, Mädchenaugen, Taglilien mit wirklich prächtigen Blüten.

Lebensbereich Steinanlage und Alpinum

In felsigen Steppen und Geröllhalden, wo es sonnig und karg ist, wachsen Pflanzen, die in unseren Gärten in den Ritzen von Trockenmauern oder auf steinigen Flächen beste Bedingungen finden. Thymian, Seifenkraut, Fette Henne, Hauswurz, Steinbrech, auch einige Gräser gedeihen hier bestens. Mit ein bisschen mehr Feuchtigkeit haben auch Blaukissen, Polsterphlox oder polsterartig wachsende Glockenblumen gute Chancen.

Lebensbereich Wasserrand und Wasser

Wasserflächen im Garten sind ein wertvolles Angebot, die biologische Vielfalt zu fördern. Stauden, die ihren natürlichen Lebensraum am oder im Wasser haben, sind die beste Besetzung für den Gartenteich oder Wasserlauf. Aber nicht alle mögen stehendes Wasser, manche dagegen brauchen bestimmte Wassertiefen. Hier kommt es auf die unterschiedlichen Zonen an, vom Wasserrand, der manchmal auch trocken wird, über die Sumpfzone, die dauernass ist bis zur Wasserzone in unterschiedlichen Tiefen. Blutweiderich oder Mädesüß vertragen zum Beispiel wechselfeuchte Standorte am Rand, die Seerose braucht dagegen mindestens 30 bis 50 cm Wassertiefe.

Unser Vielfaltsmacher-Tipp:

Was für Immobilien gilt, gilt auch für Pflanzen: Das Wichtigste ist die Lage, die Lage, die Lage. Jede Pflanze kann sich nur dort gesund und gut entwickeln, wo ihr der Standort passt. Versuchen Sie erst gar nicht, „Sonnenkinder“ an den Schatten zu gewöhnen, sondern passen Sie die Pflanzenauswahl an den Standort an. Das erlaubt eine vielfältige Pflanzengesellschaft, von der auch die heimischen Tier- und Insektenwelt profitiert.
Für Ihre Suche nach der passenden Staude haben wir hier ein paar Informationen zusammegestellt:
Staudenlisten für insektenfreundliche Gärten