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VielfaltsGarten

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Hecken mit Rundumversorgung

Hecken sind gut für Mensch und Tier, denn sie übernehmen gleich mehrere Aufgaben im Garten. Sie bieten Sicht- und Windschutz, gliedern die einzelnen Bereiche, bringen Rhythmus in die Fläche, schaffen ruhige Rahmen für Sitzplätze und setzen dem Blick die richtigen Grenzen. Das macht die Gartenszenerie gleich viel spannender. Wenn Sie sich statt für eine wenig aufregende Koniferenhecke für eine Hecke aus verschiedenen Wildsträuchern entscheiden, steigt nicht nur die Spannung, sondern auch der Nutzen für die Vielfalt und für die Natur. Denn in einer solchen Hecke ist einiges los. Sie ist Nistplatz für Vögel, Insekten und Kleinsäuger und mit ihren Blüten, Blättern und Früchten gleichen Hecken aus Wildsträuchern einer reich gefüllten Speisekammer, aus der sich die Tierwelt dankbar bedient. Und je dorniger die Hecke, desto beliebter ist sie bei Vögeln, denn das macht sie zum sicheren Nist- und Schlafplatz. Wer ein sowohl gestalterisches als auch ökologisches i-Tüpfelchen setzen möchte, unterpflanzt die Hecke noch mit Zwiebelblumen, Walderdbeeren, Storchschnabel, Beinwell oder anderen Stauden, die an diesen Standort angepasst sind.

Wild und frei für die Vielfalt

Die größte Vielfalt stellt sich in freiwachsenden Hecken aus heimischen Gehölzen ein, sie sind ideal für das ökologische Gleichgewicht. Wenig Pflege brauchen sie auch. Dafür aber viel Platz, rund 3 Meter Breite sollten es schon sein, damit sich die Gehölze auch richtig entwickeln. Ideal ist es, wenn die Hecke in mehreren Reihen gepflanzt wird, 2 bis 3 sind für einen Garten schon ganz gut. Das verlangt aber entsprechend Breite. Die einzelnen Gehölze werden dann innerhalb der Reihen versetzt gepflanzt, so schließen sich die Lücken schnell. Lassen Sie je nach Größe der Gehölze um die 1 bis 1,50 Meter Platz zwischen den einzelnen Pflanzen in der Reihe. Kombinieren Sie Gehölze, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen und fruchten, das macht es einerseits gestalterisch schön und lockt andererseits immer wieder neue tierische Gäste an. Schlehen sind zum Beispiel für über 100 Raupenarten wertvoll, vom Weißdorn ernähren sich über 30 Vogelarten. Wenn Sie schnell genug sind, können Sie die wertvollen Früchte auch mit der Tierwelt teilen. Schwarzer Holunder, Sanddorn, Haselnuss, Felsenbirne, Kornelkirsche oder Hagebutte lassen sich auch in der Küche verwenden.

Natürlich können Sie auch altbekannte Gartensträucher verwenden, die zwar nicht heimisch sind, aber schön blühen. Flieder, Pfeifenstrauch und viele andere habe eine lange Gartentradition, ergänzen Sie sie einfach mit heimischen Wilden und verwenden Sie in jedem Fall Sorten mit ungefüllten Blüten.

Was tun, wenn mir die Hecke zügellos über den Kopf wächst?

Keine Sorge, freiwachsende Hecken brauchen wenig, aber gründliche Schnittmaßnahmen. Greifen Sie ruhig kaltherzig zur Säge oder Astschere – aber nur alle drei bis fünf Jahre und nur bei einzelnen Sträuchern, die zu groß geworden sind. Die können Sie dann „auf Stock setzen“, also auf zwanzig bis dreißig Zentimeter einkürzen. Oder Sie lichten alte und zu groß gewordene einzelnen Äste aus, und schneiden sie möglichst weit unten am Ansatz ab. Tun Sie das aber nicht bei der ganzen Hecke, sonst werden die vielen Tiere, die darin und davon leben, heimatlos.

Schneiden Sie eine freiwachsende Hecke auch nicht einfach oben ab, um sie auf eine Wunschhöhe zu bringen. Die revanchiert sich dann nämlich, treibt oben viele neue Zweige aus und wird unten kahl. „Besenwuchs“ nennt das dann der Gärtner.

Und was ist mit einer Hecke, die immer wieder in Form geschnitten wird?

Wenn der Platz für die „wilde“ Hecke nicht ausreicht, oder wenn das Gestaltungskonzept nach Geradlinigkeit verlangt, dann sind Schnitthecken trotzdem eine gute Wahl, auch wenn sie durch das regelmäßige Schneiden kaum Blüten und Früchte ansetzen. Verwenden Sie heimische Laubgehölze, wie zum Beispiel Kornelkirsche, Liguster oder Feldahorn und vergessen Sie nicht, dass Hecken nicht während der Brutzeit geschnitten werden dürfen.

Eine kleine Auswahl an Gehölzen für eine wilde Vielfaltshecke

NameBlütenmonat/
Blütenfarbe
HöheBesonderheit
Alpenjohannisbeere
Ribes alpinum
April/Mai
grünlich-gelb
1-3 mVögel lieben die Früchte, die lange am Strauch haften.
Berberitze
Berberis vulgaris
Mai
gelb
1-3 m
Eingriffeliger Weißdorn
Crataegus monogyna
Mai/Juni
weiß
2-6 mWertvoll für Nahrungsquelle für Vögel, Insekten und Säugetiere.
Haselnuss
Corlus avellana
Februar/März
gelb/rötlich
5-7 mDie frühe Blüte macht ihn zum wertvollen Pollenspender für Insekten, über seine Früchte freuen sich kleine Säugetiere.
Heckenkirsche
Lonicera xylosteum
Mai/Juni
weiß-gelblich
2-3 mWertvoll für viele Schmetterlinge und als Vogelnahrung.
Kornelkirsche
Cornus mas
März/April
gelb
3-5 mFrühe Blüte wertvoll für Insekten, die roten essbaren Früchte sind beliebte Vogelmahlzeit.
Liguster
Ligustrum vulgare
Juni/Juli
weiß
2-4 mInsekten lieben die Blüten, Vögel die schwarzen Früchte. Für Menschen giftig.
Pfaffenhütchen
Euonymus europaea
Mai/Juni
gelblich-grün
1-3 mAuffälliger Fruchtschmuck in rosa-orange, beliebt bei Vögeln, für Menschen giftig.
Roter Hartriegel
Cornus sanguinea
Mai/Juni
weiß
3-4 mDie Früchte sind eine beliebte Vogelnahrung.
Schlehe
Prunus spinosa
April/Mai
weiß
1-3 mWertvoll für Schmetterlinge, Wildbienen und Vögel. Die Früchte sind erst nach dem Frost verwendbar.
Schwarzer Holunder
Sambucus nigra
Mai/Juni
weiß
3-7 mNahrung für viele Tiere, für Menschen sind die Früchte gekocht genießbar.
Wildrose
Rosa spec.
Mai/Juni
je nach Art und Sorte weiß, rosa, rot, gelb
1-3 mÜber 100 Insektenarten freuen sich über die Wildrosenblüten. Die Hagebutten sind im Herbst und Winter eine gute Vogelnahrung.
Wolliger Schneeball
Gewöhnlicher Schneeball
Viburnum lanata
Viburnum opulus
Mai/Juni
weiß
1,5 -3 mWertvoll für Bienen, Schmetterlinge und Käfer.
Die roten Blüten der Alpenjohannisbeere sind attraktive Frühsommerblüher.
Schlehen sind zur Blütezeit Bienenmagneten, die Früchte sind eine wichtige Vogelfutterquelle.
Weißdorn blüht üppig im Frühling, im Herbst bleiben die Früchte lange am Strauch haften.
Holunderbeeren sind begehrte Früchte im Spätsommer. Vögel bedienen sich gerne daran.