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Gartengestaltung

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Bloß keine Blühpause machen – 10 Lückenfüller für den Hochsommer

Pausenloses Staudenglück

Kennen Sie das auch? Nach der Blütenfülle im Mai und Juni, wo es an allen Ecken und Enden geblüht hat, wird es im Juli so langsam grüner im Garten. Die Rosen sind verblüht, die Obstbäume und Sträucher auch, und im Staudenbeet haben wir zwar an die Herbststauden gedacht, aber manche brauchen noch ein Weilchen bis sie blühen. In vielen Gärten gibt es jetzt eine Blühpause. Schade eigentlich. Das passt auch den Insekten nicht, denn die brauchen Blütenmassen auf kurzen Wegen, um sich und ihre Brut mit möglichst geringem Energieaufwand zu versorgen. Jetzt sind wir Vielfaltsgärtner umso mehr gefragt, die Lücken im Blühangebot in Feld, Wald und Wiese zu füllen. Und um uns mit zuverlässigen Blühpartnern ungebrochenes Gartenglück zu sichern.

Durchgehende Blütezeit

Jetzt schlägt die Stunde der Hochsommerblüher, von denen es zum Glück sehr viele gibt. Wir haben hier ein paar Gestaltungsvorschläge mit insektenfreundlichen Pflanzen zusammengestellt, an die Sie vielleicht noch nicht gedacht haben.  Suchen Sie sich die passenden für Ihren Garten aus und sorgen Sie dafür, dass das Blütenangebot nicht abreißt. Hier unsere Top Ten:

1. Gewöhnlicher Dost (Origanum vulgare) und Blumen-Dost (Origanum Laevigatum-Hybr.)

Oregano, Wilder Majoran, Dost – es gibt viele Namen für den Dauerblüher, der im Juni damit anfängt und bis Oktober durchblüht. Schmetterlinge, Schwebfliegen, Bienen, Wildbienen, sie alle kommen hier auf ihre Kosten. Verwenden Sie ihn als duftende Füllstaude und pflanzen Sie ihn in Gruppen, da kommen die purpurrosa Blüten am besten zur Geltung. Das Laub bleibt übrigens bei beiden Formen auch im Winter grün.

2. Malven (Malva)

Malven sind eine große Familie, und wir finden, dass die anmutig seidigen Blüten in keinem Garten fehlen dürfen. Wie wäre es mit der Moschus-Malve (Malva moscata) im Staudenbeet, einer hübschen Massenblüherin in Rosa? Ein Rückschnitt nach der Blüte verlängert die Freude daran. Es gibt sie auch in Weiß, damit passt sie perfekt zu weiß-silbrigen Pflanzungen. Oder der zweijährigen Stockrose (Malva rosea) mit ungefüllten Blüten? Eine beeindruckende Farbe in tiefem Violett liefert ihre Verwandte, die Dunkle Weg-Malve (Malva sylvestris var. mauritiana). Sie ist zwar etwas kurzlebig, versamt sich aber reich. Lassen sie sie nur machen, das sind tolle Farbkombinationen, die sich dann in den Beeten ergeben.

3. Patagonisches Eisenkraut (Verbena bonariensis)

Die Pflanze ist zum Liebling in vielen Gärten geworden, obwohl sie nicht zuverlässig winterhart ist. Doch sie samt sich selbst wieder aus. Lassen Sie also diese violetten Blüten, die ab Juli etwas staksig hoch über den Dingen schweben, ruhig durch den Garten wandern. Dafür kommt die Pflanze auch mit vollsonnigen und trockenen Standorten klar und ist ein begehrter Schmetterlings-Landeplatz.

4. Ysop (Hyssopus officinalis)

Sie finden es schade, dass der Lavendel jetzt abgeblüht ist? Dann pflanzen Sie sich doch Ysop in den Garten, der macht dort weiter, wo der Lavendel aufgehört hat. „Bienenkraut“ ist sein zweiter Name, kein Wunder, die tiefblauen Blüten sind eine beliebte Insektentankstelle, vor allem bei Schmetterlingen. Seine Qualitäten hat er auch als Küchenkraut, er liegt beim Geschmack zwischen Oregano und Salbei. Der Halbstrauch wird 40 bis 60 cm hoch, braucht volle Sonne und mageren Boden und blüht von Juli bis August. Schneiden Sie den Ysop im späten Frühjahr zurück, das hält ihn kompakt.

5. Kerzen-Knöterich (Polygonum amplexicaule)

Keine Sorge, dieser Knöterich verhält sich mustergültig. Mitte Juli strecken sich purpurrote langgliedrige Finger in die Höhe. Dann fängt der robuste Kerzenknöterich an zu blühen, und zwar bis zum Frost. Pflanzen Sie ihn in Gruppen ins Beet in der Sonne oder im Halbschatten mit nicht zu trockenem Boden, das bringt schwebende Leichtigkeit ins Beet.

6. Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea)

Schmetterlinge, Hummeln, Holzbienen und viele andere Insekten finden den Purpur-Sonnenhut genauso attraktiv wie wir. Sonnenhüte sind zuverlässige Dauerblüher, die es in verschiedenen Farben von Purpurrot über Rosa bis Cremeweiß gibt. Im Erscheinungsbild sind sie anpassungsfähig, sie beherrschen ihren Auftritt in naturnahen Pflanzungen genauso wie in elegant komponierten Beeten. Pflanzen Sie sie zu mehreren in Gruppen, das setzt tolle Highlights in den Garten.

7. Glockenblumen (Campanula)

Kann man eigentlich nicht genug haben. Unter anderem deshalb, weil sich kleine Wildbienen Glockenblumenblüten gerne als Schlafplatz aussuchen. Es gibt so viele verschiedene Glockenblumenarten, dass den ganzen Sommer über welche blühen. Klein- und großblütige, teppichartig wachsende und hängende, anspruchsvolle für das Staudenbeet oder genügsame für die Wildstaudenpflanzung. Die Teppich-Glockenblume (C. portenschlagiana) blüht von Juni bis September, kommt gut mit steinigen, trockenen Plätzen klar und macht sogar Mauerfugen bunt. Das schafft auch die Hängepolster-Glockenblume (C. poscharskyana). Deutlich höher wird die Pfirsichblättrige Glockenblume (C. persicifolia), die sich im Staudenbeet wohlfühlt. Ein Dauerblüher, der sich zum Verwildern eignet, ist die Rundblättrige Glockenblume (C. rotundifolia), die sich auf durchlässigen Böden und Wildblumenwiesen gerne unerschrocken ausbreitet.

8. Indianernessel (Monarda)

haben eine Punk-Frisur als Blüte und zeigen die von Juli bis September. Die vielen Sorten lassen schöne Farbspiele in Rot- und Rosatönen im sonnigen Beet zu. Die Staude duftet toll und wird 50 bis 100 cm hoch, ist also ein echter Hingucker, auf den auch Insekten fliegen. Geben Sie ihr einen Platz im sonnigen Beet, wo sie zur Geltung kommen kann.

9. Bronze-Fenchel (Foeniculum vulgare ‚Rubrum‘)

Das zarte, bronzefarbene Laub ist wunderbar, um Lücken im Staudenbeet mit seinen besonderen Farbwolken zu schließen. Sie können ihn als Würzkraut verwenden und ihn mit seinen Doldenblüten als Insektenmagnet einsetzen. Setzen Sie ihn an sonnige Plätze mit humus- und nährstoffreichen Böden und genießen Sie die fedrigen Puschel im Beet.

10. Acker-Witwenblume, Knautie (Knautia arvensis, K. macedonica)

Elegant im Beet schwebend sind sie eine beliebte Nektar-Tankstelle für Schmetterlinge. Die Acker-Witwenblume in Zartlila und ihre Verwandte, die Purpur-Witwenblume in tiefem Weinrot sind Dauerblüher, die Leichtigkeit ins Staudenbeet bringen. Verteilen Sie sie über ein sonniges Beet und lassen Sie Blüten und Insekten tanzen.

Unser Vielfaltsmacher-Tipp:

Heimische Stauden sind natürlich beim Pollen- und Nektarangebot klar im Vorteil. Manche Wildbienenarten sind sogar auf bestimmte Pflanzenarten spezialisiert. Aber auch viele andere, lange bei uns angestammte und bewährte Gartenstauden, zum Beispiel aus Nordamerika bieten Insektennahrung, auch wenn sie nicht zu den heimischen Wildstauden zählen. Viele der Hoch- und Spätsommerstauden blühen sogar bis zum Frost, lassen Sie die Samenstände danach so lange wie möglich stehen, sie sind Futterquelle und Überwinterungsquartier für zahlreiche Insekten.

 

Gewöhnlicher Dost - Origanum vulgare
Dunkle Weg-Malve - Malva sylvestris ssp mauritiana
Patagonisches Eisenkraut - Verbena bonariensis
Pfirsichblättrige Glockenblume - Campanula persicifolia
Kerzenknöterich - Polygonum amplexicaule
Indianernessel - Monarda Hybr.
Acker-Witwenblume - Knautia arvensis
Bronzefenchel - Foenicum vulgare 'Rubrum'