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Gemüsegarten

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Mulchen statt Gießen bei Hitze

Wenn es so richtig heiß ist im Sommer, steht so manche Pflanze manchmal ganz schön schlapp da. Besonders im Gemüsegarten kommt man da mit Gießen kaum mehr hinterher. Mulchen ist da eine gute Idee, das erleichtert uns Vielfaltsgärtnern die Arbeit und macht den Gartenboden und die Pflanzen froh – nicht nur bei großer Hitze. Doch was genau ist das eigentlich?

Mulchen bedeutet, die offenen Bodenflächen im Garten mit unverrotteten Pflanzenresten zu bedecken. Warum? Ein Blick in die Natur zeigt uns, dass es dort – außer in der Wüste – keine offenen Stellen gibt. Der Boden ist immer mit organischem Material überzogen, also mit Laub oder mit Pflanzen, die freie Stellen schnell erobern. Das nutzen wir am besten auch im Garten.

Mulchen hat viele Vorteile

  • Ein Mulchdecke wirkt wie eine Iso-Matte und sorgt dafür, dass die Bodentemperatur nicht so stark schwankt.
  • Bei großer Sommerhitze erwärmt sich der Boden weniger stark, er verdunstet also weniger Wasser, trocknet nicht so schnell aus, und damit bleibt auch der Gießaufwand geringer.
  • In kühlen Nächten bleibt die Wärme des Tages gespeichert, das tut wiederum dem Bodenleben und den Pflanzen gut.
  • Denn eine Mulchschicht hält das Bodenleben in Schwung. Im Boden leben unendlich viele Mikroorganismen, Würmer, Käfer, Spinnen und viele andere, und für all diese Bodenlebewesen ist die Decke aus organischem Material eine wichtige Lebensgrundlage.
  • Eine Mulchdecke ist wie eine Portion Dünger. Wenn sie auf dem Beet verrottet, machen Mikroorganismen und all die Bodenlebewesen ihren Job und zersetzen das organische Material zu Humus. Dabei werden Nährstoffe freigesetzt, die dann den Pflanzen zugutekommen.
  • Die Mulchschicht verhindert, dass die oberste Bodenschicht bei starkem Regen nicht weggeschwemmt und bei heftigem Wind nicht davongeblasen wird. Sie ist also ein guter Erosionsschutz.
  • Und noch einen Vorteil gibt es: Unter der Schicht aus Mulchmaterial haben es unerwünschte Pflanzen schwer, sich durchzusetzen. Die Mühe für’s Unkrautjäten wird also auch weniger.

Womit mulchen?

Welches Material sich wo eignet, kommt ganz auf die Ansprüche der Pflanzen an. Bevor die Mulchschicht auf die Beete kommt, muss das Unkraut raus. Also: erst mal jäten. Und achten Sie darauf, dass Ihr Mulchmaterial keine Unkrautsamen enthält.

Rasenschnitt:
Was im Fangkorb des Rasenmähers landet, ist zu schade für die Biotonne. Der Rasenschnitt tut beste Dienste auf den Beeten, zwischen Gemüse und Tomaten oder unter den Beerensträuchern. Weil er viel Stickstoff enthält, ist er die kleine Düngergabe zwischendurch. Und bei großer Hitze trocknet der Boden unter den kleingeschnittenen Rasenresten nicht so schnell aus. Breiten Sie das Schnittgut nur dünn auf dem Boden aus, es verrottet schnell und beim nächsten Rasenmähen können Sie wieder nachfüllen.

Stroh:
Eignet sich besonders gut für Erdbeeren, sie bleiben sauber und trocken und sind dann weniger anfällig für Pilzkrankheiten. Gut zu wissen: Beim Verrotten des Strohs wird Stickstoff gebunden. Deshalb brauchen nährstoffhungrige Kulturen eine Extra-Portion Stickstoffdünger, z.B. Hornmehl, bevor das Stroh aufgebracht wird.

Ernteabfälle:
Was im Gemüse- und Staudenbeet an organischem Material anfällt, enthält wertvolle Nährstoffe und eignet sich auch zum Mulchen. Bringen Sie die Ernteabfälle aber wie den Rasenschnitt nur in dünnen Schichten aus und achten Sie darauf, dass keine Unkrautsamen im Mulchmaterial sind.

Rindenmulch:
Die gehäckselten Baumrinden eignen sich nicht für Gemüsebeete, sondern eher unter Gehölzen und Hecken oder als Wegebelag.

Unser Vielfaltstipp:

Einmal hacken ersetzt zweimal gießen sagen die Gärtner. Denn das bricht die feinen Poren im Boden – die Kapillare – auf, in denen das Wasser aufsteigt und verdunstet. Wo Sie nicht mulchen können, lockern Sie deshalb immer wieder einmal die oberste Bodenschicht auf, das verringert die Verdunstung.

Mehr Informationen zum richtigen Mulchen mit verschiedenen weiteren Materialien gibt es im Merkblatt, das der Bayerische Landesverband für Gartenbau und Landespflege herausgegeben hat. Klicken Sie hier.