Wir beraten und unterstützen Sie dabei, mehr Lebensräume für Pflanzen und Tiere im Garten zu schaffen. Stöbern Sie hier nach Gärtnerlust.

VielfaltsGarten

« Zurück zur Übersicht

Der Vielfaltsgarten im November

Es wird stiller im Garten. Auch die Farben verabschieden sich, wenn das letzte bunte Laub von den Zweigen gefallen ist. Jetzt kommen die Strukturen deutlich zum Vorschein. Gehölzsilhouetten, Heckenwände, Gräsertürme und die trockenen Blüten- und Fruchstände von Stauden übernehmen jetzt die Blickführung. Spannend. Wie gut, dass wir in den letzten Wochen nicht alles ratzekurz abgeschnitten haben.

Im Gemüsegarten

Die letzten Wintergemüse sind erntebereit, manches kann sogar bei Minusgraden auf dem Beet stehen bleiben, z. B. Rote Bete, Schwarzwurzeln, Brokkoli, Radicchio und Zuckerhut, Lauch, Rosenkohl oder Grünkohl. Lassen Sie die Erde im abgeernteten Gemüsebeet nicht offen liegen, sondern breiten Sie besser das Herbstlaub von den Bäumen darauf aus.

Im Staudenbeet

Schneiden Sie matschig gewordene Blätter von Stauden ab, alles was standfest ist, kann dagegen stehen bleiben. Abgefallene Blätter von den Stauden können auf den Beeten liegen bleiben, geben Sie ruhig noch mehr Laub von den Gehölzen dazu. Eine drei bis fünf Zentimeter starke Schicht tut dem Boden und den Stauden gut.

Gräser stehen lassen

Gräser sind jetzt wichtige Strukturbildner im Garten. Lassen Sie die Halme unbedingt stehen, sie werden erst im Frühjahr abgeschnitten. Zum Schutz vor zu viel Nässe oder Schnee können Sie große Gräserhorste mit Naturstricken zu einem Schopf zusammenbinden. Das sieht schön aus und hält die Schneelast von den Halmen und der Basis fern.

Die letzten Blumenzwiebeln pflanzen

Solange der Boden nicht gefroren ist, können Sie auch noch Zwiebelblumen pflanzen. Setzen Sie immer gleich mehrere Zwiebeln in ein Pflanzloch, dabei können Sie sich an der Faustregel orientieren: je kleiner die Zwiebel, desto mehr zusammen. Scilla, Schneeglöckchen und andere Massenblüher können gerne in Gruppen zu zehn Stück zusammenkommen. Lassen Sie aber etwas Platz zwischen den einzelnen Zwiebeln.

Jetzt noch das Lieblingsgehölz pflanzen

Auch hier gilt: Wenn der Boden noch nicht gefroren ist, können Sie noch Gehölze pflanzen. Jetzt ist also noch eine gute Zeit, eine neue Hecke anzulegen, sich einen Hausbaum auszusuchen oder einen schönen Wildfruchtstrauch zu pflanzen. Die Gehölze bekommen Sie in der Baumschule jetzt „wurzelnackt“, das heißt, ohne Topf oder Ballen. Achten Sie darauf, dass Sie solche Gehölze gleich nach dem Kauf einpflanzen sollten, bzw. dafür sorgen müssen, dass die Wurzeln nicht allzu lange offen herumliegen. Vor dem Pflanzen unbedingt wässern.

Rosen pflanzen und vor Frost schützen

Das Gleiche gilt für Rosen. Pflanzen Sie jetzt Ihre Lieblingsrose, am besten eine mit ungefüllten Blüten und mit schöner Hagebuttenbildung. Wenn Sie eine veredelte Rose pflanzen, achten Sie darauf, dass Sie das Pflanzloch so tief ausheben, dass die Veredlungsstelle (das ist der verdickte Bereich zwischen den Wurzeln und den Trieben) zwei Fingerbreit unter der Erde sitzt.

Wildrosen brauchen zwar keinen besonderen Winterschutz, doch in rauen Gegenden tut es veredelten Rosen gut, wenn Sie die Triebe mit Reisig abdecken, um sie vor starken Frösten zu schützen. Bei Hochstammrosen sitzt die Veredlungsstelle ja unter der Krone, deshalb braucht die auf jeden Fall einen Frostschutz. Packen Sie die den Übergang zwischen Stamm und Krone mit Fichtenreisig ein, wo es besonders kalt wird, können Sie die ganze Krone auch mit einem luftdurchlässigen Vlies umhüllen.

Was sonst noch zu tun ist

Sie haben immer noch zu viel Laub im Garten? Fahren Sie mit dem Rasenmäher drüber, so können Sie das zerkleinerte Material auch auf den Kompost geben. Überhaupt der Rasenmäher und andere Gartengeräte: Gönnen Sie ihnen eine kleine Wellnesskur. Befreien Sie Hacken, Spaten und alle anderen Werkzeuge von Erde und Pflanzenresten und ölen Sie sie ein. Leeren Sie die Außenleitung für die Gartenbewässerung und räumen Sie Gießkannen und Schläuche in Trockene.

Tiere im Garten

Hohle Stängel von Stauden sind ein Winterquartier für viele Insekten. Auch unter der Laubdecke verbringen viele Tiere und ihre Larven oder Eier den Winter. Lassen Sie die winterlichen Beete deshalb ungestört liegen. Schneiden Sie auch in Ihren wilden Ecken nichts ab, lassen Sie auch die Brennnesseln stehen. Manche Schmetterlinge überwintern als Puppe angeheftet an Gräser- und Staudenstängel und auch im Totholz oder unter den Resten vom Gehölzschnitt finden viele Tiere ein geschütztes Winterplätzchen. Überlassen Sie ihnen jetzt den Garten und freuen Sie sich an den Formen und Strukturen, die jetzt deutlich in den Vordergrund treten.