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Gartentipps in Corona-Zeiten

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Wenn Gärten Räder bekommen

Wie Einkaufswägen in Corona-Zeiten Kinder zum Gärtnern bringen

Kein Treffen mit der Kindergruppe, kein gemeinsames Gärtnern wegen Corona? Das geht gar nicht, dachte sich Renate Döllel, die Vorsitzende im Gartenbauverein in Zeilhofen im oberbayerischen Landkreis Dorfen. Deshalb kramte sie eine Idee hervor, die sie schon länger einmal umsetzen wollte.

Wenn die Kinder nicht zum Gärtnern kommen dürfen, dann soll eben der Garten zu den Kindern kommen, oder besser noch – rollen. Denn Renate Döllel hatte eine fahrbare Variante im Sinn. Einen mobilen Naschgarten wollte sie ihrer Kindergruppe anbieten. Was würde sich da wohl besser eignen als ein Einkaufswagen? Das fand auch die die Leiterin des Edeka-Marktes in Dorfen, die ohne zu Zögern vier davon herausrückte.

Der Garten rollt von Familie zu Familie

Renate Döllels Idee war so einfach wie genial: Sie schickte die vier Wägen auf die Reise zu den Kindern ihrer Jugendgruppe, die über einige Ortsteile verstreut wohnen. Die Kinder sollten den Minigarten eine Weile bei sich zu Hause pflegen und sich dann untereinander absprechen, wer als nächstes an die Reihe kommt. „Macht Euch dann gemeinsam mit Euren Eltern auf einen Spaziergang und schiebt den Wagen zur nächsten Familie“, ermunterte die Vorsitzende die Kinder in der ausführlichen „Gebrauchsanleitung“, die sie per Mail lieferte. Und natürlich sollte der Inhalt auch verwendet und dann wieder nachgepflanzt werden, „die nächsten sollten ja auch wieder etwas zum Ernten haben“, sagt sie.

Einmal Wagenpflege bitte

Im Mai 2020 ging’s los. Renate Döllel kleidete die Wägen mit Vlies aus, füllte sie mit Erde und verpasste ihnen eine Startbepflanzung. Salat, Kohlrabi Erdbeeren, Mini-Gurken und – damit es auch gleich am Anfang etwas zu ernten gab – Schnittlauch und Zitronenmelisse. Die Kinder nahmen die Aufgabe mit Begeisterung an. Es wurde gegärtnert, gegossen, gepflegt und sogar gebastelt und gemalt. Schnell waren die Kinder dabei, die Wägen mit Bändern, bemalten Steinen, Glitzer und kleinen Spalieren zu verschönern. „Die ganze Aktion hat den Kindern und auch den Eltern riesigen Spaß gemacht“, freut sich Renate Döllel.

In Kontakt bleiben

Doch das ganze Projekt hatte neben dem Spaß noch eine andere Wirkung: „Die Kinder sind in Kontakt geblieben, mussten sich austauschen, sich mal einen Rat von Eltern oder Großeltern holen, mussten Verantwortung übernehmen, lernten, die Ernte zu schätzen, und ihre Fantasie wurde angeregt“, berichtet die Vorsitzende. Und sie mussten sich auch wieder trennen von ihrem liebevoll gepflegten Mini-Gärtchen und ihn gut gepflegt an die nächsten übergeben. Aber auch das hat gut geklappt. Immer wieder gab es auch eine E-Mail von Renate Döllel, die sich erkundigte und mit gutem Rat zur Seite stand.

Schön dokumentiert

Damit das Projekt auch allen in Erinnerung bleibt, sollten die Kinder Fotos machen und ein Ernteheft anlegen. Auch diese Aufgabe haben die Kinder mit viel Fantasie umgesetzt und liebevoll ganz ausführliche Begleitbüchlein angelegt. Eigentlich sollte es zum Abschluss im Herbst ein kleines gemeinsames Erntedankfest geben, doch das musste wegen Corona erst einmal ausfallen. Doch bei einer so fantasievollen Kindergruppe und ihrer Leiterin ist die nächste gute Idee für einen schönen Abschluss des rollenden Gartenjahres bestimmt nicht weit.

Im Mini-Gärtchen gibt es reiche Ernte Foto: Renate Döllel
Die Werbeschilder haben die Kinder mit Eigenkreationen ersetzt Foto: Renate Döllel
Bunt bemalte Steine verzieren die Wägen Foto: Renate Döllel
Fleißige Mobil-Gärtnerinnen Foto: Renate Döllel
Foto: Renate Döllel
Nach den Eisheiligen ging's los mit der Bepflanzung Foto: Renate Döllel