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Natur und Landschaft

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Mauersegler erfolgreich ansiedeln

Mauersegler sind faszinierende Vögel, die ihr ganzes Leben in der Luft verbringen. Sogar im Schlaf bleiben die rasanten Flieger in den Lüften. Nur zur Brut brauchen sie festen Boden unter den Füßen. Jo Dalloz aus Kirchdorf i. Wald hat viel Erfahrung damit, Mauerseglern ein Nistplatz anzubieten. Er selbst hat fünfzig Nistkästen an seinem Haus, die er mit einfachen Kameras ausgestattet hat. So kann er die Fortschritte in der Mauersegler-Kinderstube gut beobachten.

Für die Vielfaltsmacher stellt er eine Bauanleitung für seine selbst konzipierten Nistkästen vor:

 „Die Mauersegler treffen Anfang Mai aus ihrem Winterquartier Afrika wieder bei uns ein. Wenn sie einmal einen Brutplatz gefunden haben, sind sie standorttreu und kehren Jahr für Jahr an diesen Platz zurück. Da sie Schwarmvögel sind, besteht die Möglichkeit weitere Brutpaare anzusiedeln.

Beim Bau von Mauersegler-Nistkästen sollten ein paar einfache Regeln beachtet werden:

Die Nistkästen möglichst ab einer Höhe von 5 m so anbringen, dass sie nicht starker Sonne und Hitze ausgesetzt sind. Sonst besteht die Gefahr, dass die heranwachsenden Jungvögel heraus flüchten, obwohl sie noch gar nicht flugfähig sind.

Der Anflug der Kästen sollte frei von Hindernissen sein, selbst schmale Gassen meistert der rasante Flugkünstler geschickt. Raubvögel, auch Elstern, sollten sich nicht auf den Nistkästen niederlassen können. Auch ist es sinnvoll, gleich zwei oder mehr Kästen anzubringen, da Mauersegler immer in Gruppen unterwegs sind.

Die wichtigsten Punkte sind die Bauart und die Maße der speziellen Kästen. Hier eine Anleitung zum Bau der Mauersegler-Nistkästen:

Die große Bodenplatte bietet eine ideale Liegefläche, die die heranwachsenden Jungen benötigen, um mit sogenannten Liegestützen ihre Flugmuskulatur zu trainieren. Das Einflugloch ist oval, 60-65 mm lang, 30 mm hoch und an einer Seite 2 cm über dem Bodenbrett angebracht. Die exakte Höhe von 30 mm verhindert, dass Stare, die viel früher brüten, den Kasten schon vor den Mauerseglern besetzen. Man kann die Kästen auch so lange verschließen, in dem man außen einen Schieber anbringt, den man mit einer langen Stange umlegt. Oder man verstopft das Loch mit Stoff auf die gleiche Weise, den man dann auch wieder herauszieht, so braucht man keine Leiter.

Diagonal dem Flugloch gegenüber wird eine Nistmulde geschaffen. Dafür durchbohrt man das Bodenbrett mit einem Lochbohrer im Durchmesser 8 cm. Die obere Kante wird leicht gebrochen und das Loch mit einem zweiten Brett von unten verschlossen. Diese steilwandige Nistmulde sichert die Eier davor, herauszurollen. Ein dünner eingeklebter Filz macht das Nest komplett.

Mauersegler holen sich ihr Nistmaterial nur aus der Luft, deshalb kann man ihnen anfangs ein wenig helfen und legt einige 5 cm lange Halme von Heu in den Kasten. Der Vogel verklebt diese dann mit Speichel am Nest.

So ein selbstgebauter oder von einem Schreiner gefertigter Kasten kann variabel an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Selbst Wohnungsmieter haben die einfache Möglichkeit, ihn auf einem Fensterbrett zu platzieren. Dazu bieten sich die Nord- und Ostseiten am Haus an.

Verschmutzungen am Haus sind bei Mauerseglern ausgeschlossen, also kein Argument es nicht zu tun oder zu verbieten. Mit abgespielten Mauersegler Rufen von einer gekauften CD und einem kleinen Lautsprecher nahe am Kasten lockt man die suchenden Vögel an. Die Neuansiedlung geht manchmal schnell, aber kann auch mehrere Jahre dauern. Hier ist dann Geduld und Ausdauer wichtig, und wenn es dann geklappt hat, ist die Freude groß. Dies ist ein wertvoller Beitrag zum Erhalt dieser bedrohten Vögel, die unsere Hilfe brauchen.“

Hier gibt es einen Bauplan zum Nistkasten.

Gerne gibt Jo Dalloz weitere Auskünfte rund um die Mauersegler:

Kontakt:

Jo Dalloz, Klingenbrunner Str. 7, 94261 Kirchdorf i. Wald

E-Mail: jo.dalloz@yahoo.de
Er empfiehlt zum Austausch außerdem ein Mauerseglerforum

 

Vielfaltsmacher:

Seit 10 Jahren engagiert Herr Dalloz sich für den Erhalt und die Wiederansiedlung dieser bedrohten Vögel und inspiriert viele Besucher seines Gartens, selbst aktiv zu werden und diesen faszinierenden Akrobaten der Lüfte mit ihrem außergewöhnlichen Lebensstil entsprechende Brutmöglichkeiten zu bieten.

Herr Dalloz ist gerne bereit, fachliche Auskünfte und Beratungen rund um die Mauersegler zu bieten. Er kann umfangreiche Tipps und Anleitungen zum Bau der Nistkästen geben und hat auch viel Erfahrung damit, Beobachtungskameras in der Mauersegler-Kinderstube einzubauen.

Mauersegler-Nistkästen Foto: Johannes Dalloz
Mauersegler-Nistkästen Foto: Johannes Dalloz
Mauersegler-Nistkasten innen Foto: Johannes Dalloz
Die ersten 2 Eier Foto: Johannes Dalloz
Frisch geschlüpfte Mauersegeler Foto: Johannes Dalloz
"Mehlgesichter": Die helle Färbung über dem Schnabel unterscheidet die Jungvögel von den Altvögeln. Foto: Johannes Dalloz