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Blühflächen

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Aus Rasen mach Blumenwiese

Sie finden grünen Rasen einfach langweilig? Die Insektenwelt wird Ihnen zustimmen. Wenn Sie darüber nachdenken, den ewig durstigen Rasen zu einer Blumenwiese umzugestalten, gibt es zwei sehr gute Argumente dafür: Zum einen ist die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren in der Blumenwiese im Gegensatz zu einer Rasenfläche deutlich höher. Zum anderen ist der Pflegeaufwand deutlich geringer. Kein Wässern, kein Düngen und das Mähen beschränkt sich auf höchstens zweimal im Jahr. Das Naturerlebnis und die Augenweide gibt es gratis dazu, wenn es summt und schwirrt und blüht und duftet. Denn Schmetterlinge, Honig- und Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen, Heuschrecken, Spinnen und Käfer leben in und von der Blumenwiese. Und je mehr „Blühinseln“ es auf kurzen Distanzen gibt, desto besser für die Vielfalt, denn viele Insekten brauchen eine Speisekammer im Radius von wenigen hundert Metern.

Es gibt verschiedene Methoden, den Rasen in Blühflächen umzuwandeln:

  • Einfach nicht mehr mähen und düngen. Dafür schauen, was sich von selbst entwickelt. Sie werden staunen.
  • Lücken im Rasen einsäen. Das schafft kleine Blühinseln.
  • Größere Flächen in der Rasenfläche öffnen und einsäen. Mehr Aufwand, aber auch mehr Gewinn für die Vielfalt.
  • Die gesamte Fläche neu als Blumenwiese anlegen. Das sorgt für größtmöglichen Nutzen für die Artenvielfalt.

Das beste Platz:

Eine Blumenwiese braucht viel Sonne. Flächen, die nur im Schatten liegen, eignen sich nicht dafür. Die meisten Samenmischungen für Blumenwiesen brauchen einen durchlässigen und mageren Boden. Also mit wenig Nährstoffen und möglichst wenig verdichtet. Ach ja – der Rasen muss vorher natürlich weg. Es funktioniert leider nicht, einfach nur neue Samen auf dem bestehenden Rasen auszuwerfen.

Das Saatgut:

Ein guter Zeitpunkt zum Aussäen ist das Frühjahr. Für eine Blumenwiese eignen sich mehrjährige Mischungen von Blumensamen, die es in verschiedenen Zusammensetzungen zu kaufen gibt (zum Beispiel Veitshöchheimer Mischungen). Bei einigen können Sie sogar Farbenschwerpunkte auswählen. Einjährige Mischungen sind dagegen eher etwas für nährstoffreiche Gartenböden. Dazu erfahren Sie hier mehr.

Rasen raus, Blumenwiese rein

Zuallererst muss der Rasen weg. Wenn Sie nur vereinzelt Blühinseln anlegen möchten, reicht es, die Rasenschicht nur dort zu entfernen. Wenn Sie aber die gesamte Fläche zur Blumenwiese machen wollen, müssen Sie ans Ganze ran. Denn die komplette Rasenschicht inklusive ihrer Wurzeln muss abgetragen und der Boden tiefgründig gelockert werden, besonders, wenn die Erde sehr lehmig und schwer ist. Das geht dann auch nur mit Maschineneinsatz. Ist der Boden sehr nährstoffreich wird Sand eingearbeitet, das macht ihn magerer und lockerer.

Vor dem Aussäen muss die Fläche eben und mit feinen Krümeln einigermaßen glatt sein. Erst dann verteilen Sie die Samenmischung darauf. Welche Menge Sie für die entsprechende Fläche brauchen, finden Sie auf der Packung. Halten Sie sich in jedem Fall an diese Mengenangaben, auch wenn Ihnen die sehr wenig erscheint. Profis mischen das Saatgut mit Sand, Sägemehl oder mit Sojaschrot, denn das erleichtert es, die feinen Samen gleichmäßig auf der Fläche zu verteilen (diese Streckmittel können Sie bei einigen Samenhändlern gleich mitbestellen).

Rechen Sie die Samen nun ganz leicht in den Boden ein. Damit alle Samenkörner auch guten Kontakt zum Boden haben, wird die Fläche nun gewalzt. Bei kleineren Flächen können Sie das Saatgut mit einem Brett andrücken, für größere brauchen Sie eine Walze. Anschließend durchfeuchten Sie das Ganze gut mit einem feinen Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch. Achten Sie darauf, dass Ihre neue Blumenwiese am Anfang nicht austrocknet, wenn es längere Zeit nicht regnen sollte.

Doch insgesamt bleiben Sie in den ersten Wochen erst einmal auf Abstand zu Ihrer künftigen Blumenwiese und betreten Sie möglichst nicht. Und zwar solange, bis die gesamte Fläche stabil durchgrünt ist. Das geht je nach Witterung ziemlich schnell und Sie werden sich schon im ersten Sommer über eine richtig bunte Vielfalts-Blumenwiese freuen können.

In Etappen mähen

Bleiben Sie bei der Pflege entspannt. Wenn Sie die Blumenwiese im Frühjahr ausgesät haben, dann mähen Sie das erste Mal im Oktober. Wichtig: Lassen Sie das Schnittgut nicht auf der Fläche liegen. Künftig mähen Sie dann nur noch Anfang Juli und dann am Ende des Winters. So kann sich die größtmögliche Vielfalt einstellen und die Wiese sogar in der kalten Jahreszeit noch zum Überwinterungsquartier für Wildbienen und viele andere Insekten werden. Wenn Sie den Insekten etwas besonders Gutes tun möchten, mähen Sie nicht die ganze Fläche auf einmal, sondern immer in Abschnitten. So können die Tiere immer noch in Deckung gehen und werden nicht auf einen Schlag heimatlos.

Eine Blumenwiese anzulegen erfordert Sorgfalt, Fachwissen und Geduld, aber der Lohn ist groß – für die Vielfalt und für Sie. Denn die Wiese verändert ihr Gesicht von Monat zu Monat und von Jahr zu Jahr und wird das Vielfalts-Buffet für Insekten enorm bereichern. Sie werden viel zu beobachten haben.

Unser Vielfaltsmacher-Tipp:

Mähen Sie doch Wege durch die Blumenwiese. Dann können sie Gartenteile damit verbinden und bequem durch Ihre Vielfaltsoase schlendern. Bleiben Sie aber bei Ihrem Konzept und mähen immer die gleichen Wege nach.

Mehr Informationen rund um Blühflächen gibt es hier zum Bestellen: http://shop.gartenratgeber.de/Fachblaetter/category-68/Gaertner-wissen–Blueten-aus-Tueten-.html

 

 

Blühwiesen bringen Farbe in den Garten
Mit einem Weg durch die Wiese bekommt der Garten ganz neue Räume.