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VielfaltsMacher

Eine Streuobstwiese voller Perlen

„Das ist eine Erfolgsstory“

sagt Georg Nützel, der erste Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereines im oberfränkischen Gesees. Aus einer verwilderten Fläche am örtlichen Kirchberg hat er mit Beharrlichkeit und einer motivierten Mannschaft die Perlen historischer Obstsorten herausgeschält und eine hundert Jahre alte Streuobstfläche zu einem Biodiversitätsprojekt der Regierung von Oberfranken gemacht.

Die Kleine Pfalzgräfin wohnt in Gesees

Sie galten als verschollen, die Kleine Pfalzgräfin oder der Pojnik-Apfel, doch dann kam 2012 Georg Nützel, der die drei Hektar Streuobstwiese mit über 300 Obstbäumen als Schmuckstück erkannte. Auf den ersten Blick ersichtlich war das nicht, „das sah aus wie Jurassic Park“, erzählt Nützel, „die Bäume waren vergreist, die Fläche verbuscht und es war klar, dass da erst einmal viel rausgeschnitten werden musste.“ Die Streuobstwiese wurde einst zur Stabilisierung des Hangs an der Kirchenburg St. Marien zum Gesees angelegt. Aus alten Aufzeichnungen kennt man einige der Obstsorten, die seinerzeit gepflanzt wurden. Was davon tatsächlich noch da ist, das hat der Pomologe Wolfang Subal bestimmt, und der hat neben einigen regionalen Schätzen, wie dem Bamberger Blauapfel oder der Roten Dechantsbirne eben auch die verschollen geglaubte Gräfin entdeckt.

Erst einmal mit allen reden

Georg Nützel war klar, dass die Streuobstwiese dringend Pflege und er dazu viel Unterstützung braucht. Deshalb hat er erst einmal alle an den Tisch geholt, die etwas mit der Fläche zu tun haben: Die Kirche als Besitzer, einen Schäfer als Pächter, die Untere Naturschutzbehörde, die die Pflegemaßnahmen begleitet und natürlich den Obst- und Gartenbauverein, der die Streuobstwiese Stück für Stück freischält und das Obst auch verwertet. Denn nur so konnte ein tragfähiges Konzept für die Nutzung der Fläche entstehen, das auch langfristig besteht und die Biodiversität fördert.

Die Biodiversität sprießt

Heute ist der Geseeser Kirchberg eine Streuobstwiese, von der die Artenvielfalt enorm profitiert. Zwei- bis dreimal im Jahr rückt Georg Nützel mit einer engagierten Pflegetruppe an und verpasst den alten Bäumen Entlastungsschnitte. Der Verein erntet die Äpfel, macht daraus Saft und verkauft ihn im Ort. Schafe und Ziegen beweiden die Fläche und halten die Verbuschung in Schach. Totholz bleibt liegen, alte Spechtbäume bleiben stehen. Die Obstsorten sind kartiert, und von den wertvollen Sorten wurden im Ökologisch Botanischen Garten Bayreuth Reiser veredelt und Jungpflanzen in der gesamten Umgebung wieder ausgepflanzt. Und nicht zuletzt ist dort ein Lehrpfad einstanden, der über die Sorten und den Streuobstbau informiert. „Der Kirchberg ist ein besonderer Fleck Erde“, sagt Georg Nützel. Wie gut, dass es ihm der einstige „Jurassic Park“ gleich so angetan hat.

Kontakt:

Georg Nützel
1. Vorsitzender Obst- und Gartenbauverein Gesees

Mail: georg.nuetzel@t-online.de

Lesen Sie auch: Streuobstwiese am Kirchberg Gesees. Verschollen geglaubte Schätze der Sortenvielfalt

Georg Nützel, OGV Gesees
"Aus einer Idee und Engagement kann Großartiges entstehen, das man vorher nicht erahnen konnte."