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VielfaltsMacher

Vielfaltsoase mitten im Ort

Er ist ihm eine Herzensangelegenheit, sein rund 10.000 Quadratmeter großer Garten mitten in Unterföhring im Norden von München, „weil wir in der dicht bebauten Gemeinde grüne Vielfaltsflächen bewahren müssen“, sagt Wolfram Vaitl. Ihm ist es wichtig, die ehemalige landwirtschaftliche Nutzfläche als das zu erhalten, was sie seit jeher ist: als Wald, als Wildnis, als Obst- und Bauerngarten – und heute für ihn und seine Familie ganz besonders als Rückzugsoase.

Viele große Bäume

Ein dichter, waldartiger Bestand an großen Bäumen erzählt noch von der früheren Nutzung der Fläche. Buchen, Eichen, Kastanien, Fichten und alles, was sich natürlich verjüngt, rahmen und gliedern das Grundstück. Sehr zur Freude von Buntspechten, Grünspechten, Falken und Fledermäusen, die dort einen festen Wohnsitz haben. Ausgegrabene Wurzelstöcke bleiben bei Vaitls liegen, die werden schnell zu Biotopen, in denen alle möglichen Käfer, Spinnen und Kleintiere Einzug halten. Nicht zuletzt sind auch einige Wildbienenhotels auf dem gesamten Grundstück verteilt, die immer gut belegt sind.

Gut versorgt

Natürlich gibt es auch einen Obst- und Gemüsegarten, eine Fülle an Stauden und über dreißig Rosensorten. Wir düngen nicht, der Boden ist von seiner früheren landwirtschaftlichen Nutzung her noch gut gesättigt mit Nährstoffen“, sagt Wolfram Vaitl, „dort wächst, was mit dem Boden zurechtkommt. Genügend Brennnesseln haben wir deshalb auch.“ Die dürfen bei Vaitls aber bleiben, denn für Schmetterlinge sind sie schließlich eine wertvolle Kinderstube und Futterquelle.

Nicht einfach wachsen lassen

„Ich schneide nur die Bäume, um alles andere kümmert sich meine Frau“, gesteht Vaitl. Als Präsident des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege bleibt ihm zu mehr auch kaum Zeit. Doch er behält die Entwicklungen im Garten immer genau im Blick. Denn Vielfaltsmacher zu sein ist für ihn immer eine Abwägung, zur richtigen Zeit und im richtigen Umfang in die Wuchsfreudigkeit der Pflanzen einzugreifen. Zwar bekommt alles eine Chance, was wild aufgeht, „aber manchmal muss ich eine Fichte fällen, um einem Obstbaum wieder mehr Licht und Luft zu verschaffen. Die Vielfalt würde weniger werden, wenn ich alles einfach wachsen lassen würde“, das weiß er aus langjähriger Erfahrung. Deshalb gibt es bei Vaitls im Garten einen selbstverständlichen Mix aus natürlichem Wildwuchs, gelenkter Naturverjüngung und einem gut bestücken Bauerngarten mit allem, was Sinne und Gaumen freut. „Einen eigenen kleinen Kosmos mitten im Ort“, nennt er das. Die Vielfalt hat mit ihm dort einen idealen Fürsprecher.

Wolfram Vaitl
„In unseren Gärten kann sich ein ganzer Kosmos der Vielfalt entwickeln“