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VielfaltsMacher

Wildfrucht-Vielfalt in der Obstwiese

Sein Gartenreich ist eine Obstwiese. 7.400 m2 auf einer Anhöhe in Siglbrunn, rund zwanzig Kilometer nördlich von Straubing, sind für Anton Weber eine Oase der Erholung. Und das, obwohl er 150 Obstbäume und nochmal so viele Sträucher darauf gepflanzt hat. Alte Apfelsorten, wie Brettacher, Roter Eiser oder die Rote Sternrenette sind genauso dabei wie neuere Züchtungen. „Ich habe Kirschen, Pflaumen, Zwetschgen, Kirschpflaumen, Nashi, Birnen, Mispel, Quitten, also ziemlich alles, was man essen kann“, berichtet er. Doch auch eine große Bandbreite an Wildfrüchten, wie Schlehen, Kornelkirschen, Brombeeren, Mispeln, Mehlbeeren, Vogelbeeren und viele andere wachsen dort. Die hat er als Heckenstrukturen um die gesamte Fläche angelegt und das aus gutem Grund.

Das ganze Jahr über frisches Obst

Hecken sind wichtige Biotopstrukturen. An den Blüten und Früchten bedienen sich Insekten und Kleintiere, sie bieten ihnen Unterschlupf und Nistplätze. Außerdem sind sie ein wichtiger Windschutz und schaffen ein gutes Kleinklima auf der Fläche. Anton Weber hat dafür eine große Vielfalt an Sträuchern gepflanzt, die für eine möglichst lange Blüte und für Früchte sorgen. Bei Kornelkirschen, Hasel- und Walnüssen hat er auch noch unterschiedliche Sorten gepflanzt, die sich in der Blütezeit abwechseln. So haben alle etwas davon: Insekten, Kleintiere und Anton Weber selbst, der alle Früchte verwertet. „Ich habe das ganze Jahr über eigenes Obst“, berichtet er, „sogar im Januar, dann sind die Mispeln nach dem Frost erst genießbar.“ Die Äpfel und Birnen lagert er in einem großen Erdkeller, gute Sorten würden da schon mal bis Juni oder Juli halten. Viele Früchte, wie Aronia, Goji oder Hagebutte könne man trocknen und im Winter Tee machen oder ins Müsli geben, rät er. „Trockenfrüchte muss man nicht sündteuer aus dem Ausland beziehen, vieles wächst bei uns.“

Futter für die Vielfalt

Und so freut er sich nicht nur im Sommer über den Beerenreichtum, auch im Winter konnte er dem Gartenbauverein mit heißen Maroni aus eigenem Anbau einen besonderen Genuss am Lagerfeuer bereiten. Als Futterquelle für die Tierwelt bleibt da immer noch genug übrig, die Wildfrüchte sind also eine win-win-Geschichte für Anton Weber und die heimische Fauna. „Die Insekten kommen bei mir nicht zu kurz“, sagt er. Jüngst hat er Balsampappeln gepflanzt, weil sie besonders nektarreich sind, und es gibt verschiedene Weidenarten für ein möglichst frühes Blütenangebot. Außerdem hat er Totholz- und Lesesteinhaufen und verschiedene Wasserstellen angelegt.

Die Wiese macht zufrieden

„Ich kann schon mal ein bis zwei Stunden durch die Wiese schlendern und nichts arbeiten, nur schauen und die Seele baumeln lassen“, sagt er. Der pensionierte Polizeibeamte wollte sich mit der die Obstwiese schon während seiner aktiven Zeit einen Ausgleich zu seinem nicht immer einfachen Berufsleben schaffen. „Wenn man hierherkommt, spürt man etwas, es fängt einen ein“, sagt Anton Weber. Zu sehen und erleben gibt es in seiner Obstwiese genug und seine Erfahrung, die sich in den letzten Jahren angeeignet hat, gibt er auch gerne weiter. Als Gartenpfleger und aktives Mitglied im Obst- und Gartenbauverein Falkenfels kennt er sich aus mit Baumschnitt und Veredlung. Den Besitzer der Nachbarwiese hat er mit seiner Vorliebe für Wildfruchtsträucher schon angesteckt, der pflanzt jetzt auch welche.

Mut zu Wildfrüchten

Seine Obstbaumwiese hat ihm zudem ein großes Wissen um die ökologische Bedeutung und um die Verwendung von Wildfrüchten eingebracht. Deren Wert möchte er gerne stärker vermitteln. „Kaum jemand weiß noch, dass man viele der Früchte essen kann, das möchte ich wieder zeigen.“ Übrigens ist Anton Weber auch Pilzspezialist. „64 Pilzarten kann ich sicher bestimmen“, sagt er. Wie gut, wenn jemand diese wertvollen Kenntnisse weitergibt. Denn Vielfalt braucht Fürsprecher und Vermittler.

 

Anton Weber
„Mit Wildfrüchten kann man sich das ganze Jahr über mit Obst versorgen. Davon profitiert auch die Insekten- und Tierwelt.“